Venedig – Heimat des Bellini
177 Kanäle (aber nur 3 Brücken) und der S-förmige Canale Grande mit 3800m Länge
bilden die pulsierende Lebensader der Stadt. Die Fahrt mit dem Bootstaxi ist eine
Reise in die Vergangenheit - 700 Jahre bewegte Geschichte ziehen im Zeitraffer
vorbei - Paläste wohlhabender Patrizier säumen den Weg. |
Der aus dem 15. Jahrhundert
stammende Palazzo Bernardo gehört zu den reichst verzierten Bauten vor Ort – man
könnte von geradezu überspitzter Gotik sprechen. Nächst der Rialtobrücke erstrahlt
Palazzo de Camerlenghi in der zurückhaltenden Eleganz der Frührenaissance. Ehre, wem
diese gebührt: Der gar mächtige Palazzo Corner – C.G. ist dem glorreichen Geschlecht
der Cornaro zu verdanken. Der Entwurf stammt aus der erfolgsgewohnten Feder des
epochalen Stararchitekten Jacobo Sansovino! |
Palazzo Dario ist ein
einzigartiges Schmuckstück aus buntem Marmor, auch Ca` Foscari weiss mit seiner
gotischen Fassade zu gefallen – die venezianische Universität betreibt hier ihren
Hauptsitz. Markant auch die selbstbewusste Präsenz der italienischen Hochfinanz: Im
Palazzo Grassi wird ein Kulturzentrum in einem Monumentalbau aus dem 18. Jh.
unterhalten. |
Doch einer stellt sie alle in den
Schatten: Palazzo Ducale (Dogenpalast) als einstiges Zentrum der Macht hat sich wie
der Phönix aus der Asche von einer bulligen Festung zum schmucken Prunkbau
gewandelt. Marmor in Hülle und Fülle, Arkaden und Ornamente sorgen für das geradezu
unverwechselbares Erscheinungsbild. Seine einzigartige Lage am Piazzo San Marco
(Markusplatz) unterstreicht den unübersehbaren Hang zur staatlichen
Selbstinszenierung. |
Kaum zu übersehen ist auch die
Chiesa di San Marco (Markusdom). Im Laufe der Zeit ständig erweitert erheben sich
heute 5 mächtige Kuppeln über die Dächer der Stadt. 2463 Säulen unterschiedlicher
Form und Herkunft sprechen für sich. Ausdrappiert mit einzigartigen Goldmosaiken
erinnert die imposante Basilika unweigerlich an orientalische Prunkbauten. Die
stille Botschaft der Reliquien, Goldschmiede - & Emailarbeiten lautet: Made
in Konstantinopel. Es lebe der Domschatz! - Immerhin: Der Markusdom gilt
mittlerweile als besterhaltene byzantinischer Kirchenbau der Welt! |
Gleich ums Eck steht das von
zahlreichen Ansichtskarten bekannte Wahrzeichen der Stadt, der Campanile. Rund 98 m
Höhe garantieren einen unvergesslichen Panoramablick über die Perle der Adria, im
Hintergrund winkt die Silhouette von San Giorgio Maggiore als weiteres
Postkarten-Szenario. Und überhaupt: Piazza San Marco und die angrenzenden Highlights
gelten als ultimatives MUST-SEE in der Lagunenstadt. Seine gut und gerne 170 mal 80
m schaffen spielend Platz für gepflegte venezianische Eitelkeit, gurrende
Taubenschwärme und gleichermassen zahlungskräftige wie kulturhungrige Touristen aus
aller Welt. |
Überhaupt ist festzustellen, dass
die Gegend um San Marco nebst Kulturgenuss ein geradezu gigantisches Mekka für
exzessives Shopping abgibt: Klassiker unter den Souvenirs bilden Masken und
Marmorpapier sowie hochwertiges Kunsthandwerk. Die Verarbeitung kostbarer
Edelmetalle geht auf jahrhundertelange Tradition zurück – entsprechend gross ist
auch das Angebot. Filigranes Murano-Glas markiert den Renner, Kitsch und Plagiate
grosser Meister gibt`s in Hülle und Fülle hinter jeder Ecke. Der Chic italienischer
Mode ist legendär – die teils sehr farbenfrohen Kreationen von Armani, Missoni,
Versace & Co. verlocken dazu, die Kreditkarten in neuem Glanz erstrahlen zu
lassen. Und erst die Lederwaren ... Schuhe, Schuhe, Schuhe! |
Ganz standesgemäss erscheint die
kulinarische Sparte auch wenn die Preisgestaltung ebenso phantasievoll ist wie das
geradezu magische Ambiente. Der umtriebige Hemingway hat es recht gut verkraftet,
der charmante Bellini als Liebling der Frauen hat seine einzigartige Karriere in
einer kleinen, unscheinbaren Bar begonnen und steht dem erfrischenden Cosmopolitan
um nichts nach. |
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