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Reisebericht Salzburg


Festspielstadt Salzburg

Karajan, monumentales Frühbarock und Salzburger Nockerl. Der neugierige Blick hinter eine prominente Kulisse lohnt allemal – prachtvolle Bauten, schmucke Fassaden und buntes Treiben allerorts: Mozarts Heimatstadt boomt!


Auf dem 505m hohen Mönchsberg und somit schon weithin sichtbar thront das offizielle Wahrzeichen der Stadt, die Festung Hohensalzburg. Die größte, komplett erhaltene Burg Mitteleuropas darf sich rühmen, den feindlichen Angriffen stets würdig getrutzt zu haben. Keinen Belagerern in der reichlich bewegten Geschichte ist es je gelungen, den geradezu kolossalen Bau einzunehmen. Zur Besichtigung ist ein kurzer Aufstieg in Kauf zu nehmen, seit 1892 ist eine Standseilbahn in Betrieb, um die Besucher auf eine lohnende Zeitreise zu schicken. Die wahrhaftig prunkvollen Fürstenzimmer, ornamentalen Gemälde und Schnitzereien gelten neben der Waffenkammer als einzigartig, der nicht minder majestätische Ausblick auf die Stadt rundet das Burgerlebnis ab.


Zu Füssen des Mönchsberges liegt der Festspielbezirk. Die prächtigen Bauten sind geprägt vom strahlenden Charisma großer Persönlichkeiten. Fischer von Erlach, Clemens Holzmeister und Karajan haben Geschichte geschrieben und unersetzliche Kulturgüter geschaffen. Großes und Kleines Festspielhaus, Felsenreitschule und der Domplatz geben eine respektable Kulisse für Opern und Konzerte – Jedermann erfreut sich ungebrochener Beliebtheit.


Der Salzburger Dom repräsentiert prunkvolles Frühbarock und gilt zugleich als das bedeutendste sakrale Bauwerk vor Ort. Drei Domweihen (774, 1628, 1959) erinnern an eine überaus bewegte geschichtliche Vergangenheit. Den als Atrium ausgelegten Domplatz ziert die zu Ehren von Erzbischof Sigismund Graf Schrattenbach errichtete Mariensäule. Im berühmten Taufbecken erhält auch das kleine Wolferl – genau: der Amadeus Mozart, seine erste Weihe – später fungiert er als Hoforganist und Konzertmeister.


Gleich hinter dem Kapuzinerberg gibt es reichlich Gelegenheit, lokales Ambiente zu schnuppern. Die Linzergasse gilt schon in der der Römerzeit als Hauptverkehrsader. Bodenständiges Handwerk prägt das Bild, liebevoll restaurierte Bürgerhäuser säumen den Strassenzug, der gerne auch als kleine Schwester der berühmten Getreidegasse bezeichnet wird. Im Haus Nr. 3 lebte einst der Arzt und Naturwissenschafter T. Bombastus von Hohenstein, der unter dem Namen Paracelsus zu Ruhm und Ansehen kam. Auch der in Salzburg geborene Dichter Georg Trakl hinterliess hier seine Spuren.


Romantische Arkadenhöfe, kunstvoll geschmiedete Zunftzeichen und eindrucksvolle Geschäftsportale – das ist das unverwechselbare Erscheinungsbild der Getreidegasse. Deren ursprünglicher Name Trabegasse leitet sich vom Traben der Pferde ab. Erst später wurde daraus Traidgasse bis hin zur heutigen Bezeichnung Getreidegasse. Seit jeher gilt sie als erste gesellschaftliche Adresse vor Ort – wer hier residiert, bewegt sich in bester Gesellschaft. Heute dominieren im stilvollsten Einkaufszentrum der Mozartstadt feine Boutiquen namhafter Designer und Juweliere, Galerien, Antiquariate und Parfumerien. Shopping bis zum Abwinken ist angesagt.


Die internationale Bekanntheit verdankt sie W.A. Mozart: Man schreibt den 27.1.1756, als der Schöpfer der Zauberflöte im Haus Nr. 9 das Licht der Welt erblickt. Überhaupt ist Mozart omnipräsent: Der Meister lieblicher Melodien hat fabelhafte Werke in Noten hinterlassen, entsprechende CDs sind allerorts erhältlich. Mittlerweile hat er auch die süsse Branche zum Schmelzen gebracht: für zwischendurch gibt`s den legendären Musikus zum vernaschen: Als Mozartkugel oder –Torte, im geistreicheren Bereich als Likör. Sein Konterfei schmückt Souvenirs verschiedenster Art, Porzellan und Krawatten. Semper et ubique ... Erwähnenswert ist auch das Salzburger Kunsthandwerk: Krippenschnitzer und Hinterglaskünstler lassen sich bereitwillig über die Schulter schauen, Wachszieher und Lebzelter beleben die überaus engagierte Branche. Und auch die legendäre Trachtenmode macht mittlerweile Furore: Lodeng`wand und Lederhose gelten als salonfähig, Dirnd`l, elegante Jagdkleidung und schnittige Hüte mit ländlichem Esprit haben sich zum hochkarätigen Exportschlager entwickelt.


Den renommierten Veranstaltungen ebenbürtig ist die Salzburger Szene: In den bereits traditionellen Kaffeehäusern reichen sich Adel und Prominenz die Klinke, um genüsslich und gut sichtbar am Melange zu nippen. Hochkultur auch im Nightlife: Ob hipp oder gestylt, extravagant oder rustikal: Es wird gerockt und getanzt, geclubbed und gefeiert. Rudolfskai und Gstättengasse stehen ebenso im Kurs wie Steingasse und Giselakai – die beliebten Flaniermeilen zu erobern braucht jede Menge Ausdauer!


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